Der Odenwald

Odenwaldkarte

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Der Odenwald wird umrahmt von der Bergstrasse und dem Oberrheingraben im Westen, dem Main- und Taubertal im Osten, sowie dem Kraichgau im Süden und dem Rhein-Main-Gebiet mit dem Ballungszentrum Frankfurt im Norden.

Geologisch ist der Odenwald in zwei Gebiete unterteilt. Zum einen ist da der "Vordere Odenwald" aus kristallinem Gestein der bei Heidelberg beginnend entlang der Bergstrasse nach Nordosten zieht. Jüngeres Basaltgestein, wie der Otzberg bei Gross-Umstadt, tritt hier und da zu Tage. Das grösste Vorkommen an Basalt findet man aber am Katzenbuckel, der mit 626 m höchsten Erhebung des Odenwalds. Der grösste Teil bildet aber der "Buntsandstein-Odenwald" auch "Innerer Odenwald" genannt. Der südöstliche Teil des Odenwalds, das "Bauland", wird von Muschelkalk bestimmt, der seine Fortsetzung ins fränkische findet.

Die Flora auf dem nährstoffarmen Buntsandstein besteht heut nur noch zum Teil aus Laubmischwäldern. Im Folge der Besiedelung, die bedingt durch die "offene" geographische Lage, wesentlich früher einsetzte als im Spessart, verwandelte sich der Odenwald zunehmend in Nadelmischwäldern. Diese werden heute hauptsächlich von Kiefern und Fichten bestimmt. In Lagen über 300 m findet man überdies Weymuthskiefern und Douglasien. In tieferen Lagen trifft man auf Eichen- und Hainbuchenmischwald. An feuchten Standorten sind Ahorn und Esche beheimatet.

Neben reichlich Schwarzwild, die verstärkt durch die Auflassung der Spessartgehege nach dem 2. Weltkrieg über den Main kamen, hat auch das Rotwild hier eine feste Heimat.

Besiedelt wurde der Odenwaldraum bereits vor ca 500.000 Jahren, wie der Fund des 1907 geborgenen "Homo Heidelbergensis", der bisher älteste Europäer, beweist. Etwa 800 v.Chr. entstanden während der Machtkämpfe zwischen Kelten, Illyrern und Germanen mächtige Fliehburgen, wie der Greinberg bei Miltenberg. Während der Römerzeit wurde der Odenwald durch sie weitgehenst besetzt. Um 90 v.Chr. entstanden die Kastelle Seligenstadt, Stockstadt und Obernburg. Der Limes führte dann ab Wörth a.M. über die Höhen des östlichen Odenwalds bis nach Wimpfen am Neckar. Noch heute ist dieser Grenzwall mit seinen kleinen Kastell- und Turmresten an vielen Stellen sichtbar und bildet heute den Limes-Wanderweg. Um 150 n.Chr. wurde der Limes weiter nach Osten auf die Linie Miltenberg - Osterburken verlegt. Schliesslich wurden die Römer um 260 n.Chr. von den anstürmenden Alemannen zurück gedrängt. Die ersten Christlichen Vorboten waren schottische Mönche, die im dichtbewaldeten Odenwald erste Missionskirchen erbauten. Im Jahre 1012 übertrug König Heinrich II. dem Kloster Lorsch den gesamten inneren und südlichen Odenwald. Der Odenwald verblieb bis in Napoleons Zeit unter der Territorialherrschaft der kirchlichen Obrigkeit. Im Laufe der Reformation wurde der gesamte Odenwald protestantisch. Während des 30jährigen Krieges wurden weite Teile entvölkert. Aber auch später musste die Bevölkerung durch die verschiedenen Machtansprüchen und den daraus folgenden Kriegen schwer leiden.

Die Hauptverkehrsadern am Rande des Odenwaldes sind im Westen neben der Bahnlinie Frankfurt - Mannheim, die Autobahnen 5 und 67 und die B 3. Im Maintal verläuft die B469 Seligenstadt - Amorbach. Durch den Odenwald führen die B 45 von Hanau nach Eberbach am Neckar, die B 38 Dieburg - Weinheim jeweils in Nord - Süd Richtung. Von West nach Ost durchqueren die B 47 von Bensheim nach Würzburg und die B 37 durchs Neckartal den Odenwald.

Zur Orientierung im Gelände empfehlen sich hier die Kartenwerke 1:50.000 der Landesvermessungsämter Hessen und Baden-Württemberg.

Viel Spass beim Wandern und schreibt mir Eure Eindrücke oder auch Vorschläge ins Gästebuch oder direkt an mich.

 

(C) Harald Rixgens
November 2005